Kaminofen oder Die nervige Diskussion zum Thema “raumluftunabhängig”

Na das war ein spannender Tag, wohlgemerkt obwohl der Beginn des eigentlichen Baus noch in einiger Ferne ist…

Zur Vorgeschichte: In unserem jetzigen Haus haben wir vor gut 5 Jahren einen Kaminofen einbauen lassen, sodass auch jetzt von Anfang an feststand: So einen wollen wir auch im neuen Haus. Vor 5 Jahren war das ja schon recht kompliziert, aber was es jetzt alles zu beachten gilt, stiftete erstmal nur völlige Verwirrung…

Also, es stand fest, dass der neue Kamin auf jeden Fall raumluftunabhängig sein muss, da die heutigen Gebäudehüllen einfach so dicht sind, dass sie – zudem mit einer kontrollierten Be-und Entlüftung (KWL), wie wir sie bekommen – einige Gefahren bergen. Die Lüftungsanlage fördert frische Luft in die Räume ein und saugt Abluft aus anderen Räumen ab. Durch das Absaugen kann ein Unterdruck entstehen, der bei einem gleichzeitigen Betrieb mit einem “normalen” Kamin gefährliche Gase aus der Feuerstätte in den Wohnraum ziehen kann. Klingt nicht gesund.

Jetzt heisst raumluftunabhängig aber nicht gleich raumluftunabhängig… Obwohl die entsprechenden Kaminöfen ein Zertifikat vom DiBT bekommen, bedeutet das noch lange nicht, dass sie wirklich dicht sind und somit einen Unterdruck verhindern. So hatten wir einen Kamin von Olsberg ausgesucht, der aber wohl nicht die notwendige Dichtigkeit besitzt. Nach einer langen Diskussion, ob denn ein zusätzlicher Luftdruckwächter oder andere Lösungen notwendig sind (allein das Modul Luftdruckwächter kostet >600 €), haben wir uns für ein anderes Modell entschieden, das deutlich genauer ab Werk geprüft wird. Und leider auch viel teurer ist. Wie immer.

Interessant ist, dass aus ökologischen Gründen ein Kamin heutzutage überhaupt keinen Sinn mehr macht. Die neuen Häuser sind so energieeffizient und gut gedämmt, dass ein Kaminofen die Räume eigentlich sofort überheizt. Und Öfen mit großen Scheiben sind eh passé, da diese noch mehr Wärme abgeben. Wir fanden aber die Idee der Speicheröfen auch nicht schön: Kamine mit kleiner Brennkammer und winziger Scheibe, die einen großen Teil der Wärme speichern und nach und nach abgeben. Wir möchten aber einfach Abends vor dem Kamin sitzen und ein Feuerchen genießen. Von mir aus auch in einem überhitzten Raum…

Und nun wird es der Attika Q-20

Und warum musste das ganze so hoppla-hopp gehen? Ganz einfach: Der Kaminofen benötigt natürlich eine Zuluft von aussen (s.o.). Und diese muss bereits jetzt geplant werden, damit bei der Produktion der Betondecken die nötige Aussparung (in unserem Fall genau unter dem Ofen) für die Zuluft (10cm) integriert wird. Die Zuluftleitung geht dann durch die Kellerdecke über eine Leitung durch die Kelleraussenwand in den Lichtschacht. Und weil wir uns eine spätere Kernbohrung ersparen möchten, haben wir also alles jetzt schon festgelegt.

Ein Gedanke zu “Kaminofen oder Die nervige Diskussion zum Thema “raumluftunabhängig”

  1. Aufregende Geschichte und leider wahr.
    Wir haben uns damals für einen Heizkamin entschieden, der eine Leistung von 11kw erbringt. Wenn wir den im Winter anmachen, können wir uns gleich die Badehose anziehen, denn der Raum heizt sich ziemlich schnell auf 27 Grad auf. Gut, mittlerweile habe ich gelernt auch “kleine” Feuer zu machen und ein Kamin ist halt einfach gemütlich. Die Zuluft kommt bei uns auch von unten, also vom Keller und wenn die Dunstabzugshaube in der Küche eingeschaltet wird, geht automatisch ein Fenster im Wohnzimmer auf (so war die Planung, aber es kam dann doch anders). Aber das erzähle ich Dir mal bei einem Glas Wein. :-)
    Trotzdem, Gratulation zum schönen, neuen Kamin!
    :-)

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